Dr. Andrea Thorn
ist Leiterin der Abteilung »KI und Biomolekulare Strukturen« am Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB).
Foto: Annika Maaß
Dr. Andrea Thorn
Berliner Eigengewächs oder hierher umgetopft?
Umgetopft. Ich bin seit Sommer 2025 in Berlin. Ursprünglich stamme ich aus Nürnberg, habe aber auch schon in Japan und England (Cambridge und Oxford) gelebt. Danach bin ich wieder heim nach Deutschland gekommen, weil ich es hier am besten finde.
Was wollten Sie als Kind beruflich machen?
Ich wollte Informatikerin für neuronale Netze werden. Man müsste glauben, dass das eine sehr gradlinige Entwicklung war zur Abteilungsleitung »KI und biomolekulare Strukturen« beim HZB. Aber in der 7. Klasse habe ich mit dem Programmieren aufgehört, da mein damaliger Mathelehrer mir nicht geglaubt hat, dass ich den Code selber geschrieben habe und mir einen Verweis gegeben. Erst als Gruppenleiterin habe ich das Thema KI wieder ›angefasst‹. Kindheitstraum vs. Kindheitstrauma!
Was machen Sie heute wirklich?
Wir beschäftigen uns damit, wie Moleküle dreidimensional aussehen und wie sie funktionieren. Vor allem Proteine, die quasi die »Arbeitsroboter« in Lebewesen sind, aber auch andere Biomoleküle. Ansonsten interessiere ich mich für Pilze, Viren und menschengemachte Unfälle und Katastrophen.
Was mögen Sie besonders an Ihrem Beruf?
Die Freiheit selbst zu gestalten, neue Dinge zu entdecken und anderen Menschen etwas weiterzugeben. Wissenschaftliche Freiheit, Forschung und Lehre.
Meer oder Berge?
Warum nicht beides!?
Als Ausgleich zur Arbeit verbringe ich meine Zeit …
… mit Live-Rollenspielen, mit meinem Mann, mit Freunden, mit kochen und gärtnern.
Nach Sturz in einen Zaubertrank dürfen Sie sich eine Superheldinnen-Kraft wünschen – welche darf es sein?
Im Moment gerne die Fähigkeit, mich zu teleportieren, weil ich zu viel unterwegs bin. Weniger praktisch, aber wesentlich schöner wäre die Fähigkeit, Dinge und Personen so sehen zu können, wie sie wirklich sind.
Wenn Sie eine Maßnahme für die Förderung von Frauen umsetzen könnten – welche wäre das?
Ich würde mir 60 % Frauen in Führungspositionen wünschen – die Welt wäre ein besserer Ort. Auch wäre es gut, wenn wir Akademikerinnen mehr Karrierestabilität bieten könnten, zum Beispiel durch weniger Zeitverträge und einen klaren Weg von Postdoc zu Professorin. Die ›Leaky Pipeline‹ ist auch ein Resultat der Instabilität akademischer Karrieren.
Ich suche/biete …
Ich suche coole, neue Student:innen und Mitarbeiter:innen und biete dafür Möglichkeiten, sich bei uns zu entwickeln.
Vielen Dank!
Die Fragen stellte Sanela Schlößer (LaNA)


