Dr. Anja Penk
ist Projektmanagerin für Drittmittelförderung im Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie im FVB e. V.

Foto: Dr. Sanchayeeta Jana

Dr. Anja Penk

Berliner Eigengewächs oder hierhin umgetopft?

Umgetopft und seit dem Spätsommer 2025 dabei, in Berlin langsam Wurzeln zu schlagen.

Was wollten Sie als Kind beruflich machen?

Laut meiner Oma wollte ich als Kind immer »Doktorin« werden, allerdings ausdrücklich nicht als Ärztin. Ob das wirklich so war oder eher eine schöne Familiengeschichte ist, weiß ich nicht mehr genau. Sicher ist hingegen, dass mich die Mathematik und ihre Anwendungen früh fasziniert haben.

Was machen Sie heute wirklich?

Bereits in einem naturwissenschaftlich geprägten Schulumfeld hatte ich die Möglichkeit, das Zusammenspiel verschiedener Disziplinen kennenzulernen. Meine Neugier dafür, wie komplexe Zusammenhänge funktionieren und ineinandergreifen, hat mich durch mein Physikstudium begleitet und schließlich in die biophysikalische Forschung geführt. Während meiner PostDoc-Zeit wurde mir dann immer mehr bewusst, dass wissenschaftliche Arbeit nicht nur aus Forschung besteht. Zunehmend wurde meine Zeit von organisatorischen und administrativen Prozessen geprägt, bis diese dann einen Hauptteil meiner Arbeit ausgemacht haben.

Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass mir genau diese strukturierenden und verbindenden Aufgaben liegen. In meiner heutigen Position im Projektmanagerin für Drittmittelförderung in der Gruppe von Prof. Picqué kann ich beides zusammenbringen. Mein fachliches Verständnis der Physik und meine Erfahrungen im Wissenschaftssystem helfen mir dabei, die Perspektiven der Forschenden nachzuvollziehen und Prozesse sinnvoll zu unterstützen. Ich arbeite dabei an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Administration und trage dazu bei, Abläufe zu koordinieren und verständlich zu machen.

Was mögen Sie besonders an Ihrem Beruf?

Ich mag besonders, dass meine Arbeit spürbar entlastet und einen konkreten Mehrwert schafft. Die Rolle ist im deutschen Wissenschaftssystem noch nicht weit verbreitet, weshalb ich sie anfangs oft erklären musste. Umso motivierender ist es zu sehen, dass diese Schnittstellenfunktion im Alltag geschätzt wird. Es gibt mir ein gutes Gefühl, Rahmenbedingungen so mitzugestalten, dass sich Forschende stärker auf ihre Forschung konzentrieren können. Ich übernehme dabei Aufgaben, für die ein gutes Verständnis des Wissenschaftssystems und auch der Physik notwendig ist, ohne dass dafür immer tiefes Spezialwissen in einem einzelnen Fachgebiet erforderlich ist. Genau diese Verbindung macht die Arbeit für mich besonders attraktiv.

Meer oder Berge?

Lieber alles dazwischen.

Als Ausgleich zur Arbeit verbringe ich meine Zeit …

… meistens sehr ruhig mit Yoga oder einem interessanten Buch.

Nach Sturz in einen Zaubertrank dürfen Sie sich eine Superheldinnen-Kraft wünschen – welche darf es sein?

Die Fähigkeit, Menschen dazu zu bringen, aktiv zuzuhören und damit die Gründe von Meinungen besser zu verstehen.

Wenn Sie eine Maßnahme für die Förderung von Frauen umsetzen könnten – welche wäre das?

Ich halte es für wichtig, dass sich mehr Menschen aktiv mit strukturellen Ungleichheiten auseinandersetzen und Verantwortung übernehmen. In meinem eigenen Erleben ist es noch häufig so, dass vor allem Frauen Ungleichbehandlung ansprechen oder auf problematische Aussagen reagieren müssen. Dadurch geraten sie oft in eine Rolle, in der sie sich erklären oder verteidigen, während andere Perspektiven weniger Raum bekommen. Ich wünsche mir, dass sich mehr Männer auch in öffentlichen Situationen klar positionieren und solche Themen mittragen. Wenn Unterstützung nicht nur im persönlichen Gespräch, sondern auch sichtbar im gemeinsamen Austausch erfolgt, kann das die Dynamik von Diskussionen verändern.

Ich suche/biete …

Ich suche gute Tipps, um Berlin abseits der Touristen-Hotspots besser kennenzulernen. Außerdem freue ich mich über Menschen, die Lust haben, ihr Wissen im Kiten auf dem Tempelhofer Feld gemeinsam zu vertiefen. Im Gegenzug gebe ich gerne Bücher aus verschiedenen Genres nach dem Lesen weiter, damit mein Bücherregal übersichtlich bleibt.

Vielen Dank!

Die Fragen stellte Sanela Schlößer (LaNA)