Dissertationspreis Adlershof

Drei Nominierte. Drei Vorträge.
Wer sein Thema am besten auf den Punkt bringt, gewinnt den mit 3.000 Euro dotierten Dissertationspreis Adlershof.

Seit 2002 vergeben Humboldt-Universität zu Berlin, WISTA Management GmbH und IGAFA jährlich den Dissertationspreis Adlershof, mit dem NachwuchsforscherInnen für hervorragende wissenschaftliche Leistungen im Rahmen einer in Adlershof angefertigten Dissertation ausgezeichnet werden.

Berücksichtigt werden Dissertationen, die in den vergangenen 18 Monaten mit einem Prädikat von mindestens »sehr gut« (magna cum laude) abgeschlossen wurden. Drei Nominierte stellen dazu in allgemeinverständlichen Kurzvorträgen das Thema ihrer Arbeit vor, die im Anschluss nach Forschungs- und Präsentationsleistungen bewertet und ausgezeichnet werden.
Anträge können bis 01. November eines jeden Jahres formlos beim Wissenschaftsbüro der IGAFA unter igafa@igafa.de eingereicht werden.

Für die Nominierung erhalten die Teilnehmenden eine Prämie von 1.000 Euro, die beste Leistung beim Dissertationspreis wird mit 3.000 Euro belohnt.


Der Dissertationspreis Adlershof für 2019 wurde am Mittwoch, 12. Februar 2020 ab 15:00 Uhr zum 17. Mal verliehen.

In diesem Jahr präsentierten folgende Nominierte im Erwin Schrödinger-Zentrum:

  • „Tanz der Moleküle: Herkunftsbestimmung mittels optischer Spektroskopie“
    Dr. Carlos Abad Andrade
    promoviert bei Prof. Dr. Ulrich Panne, Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, Graduate School SALSA, Humboldt-Universität zu Berlin
    Kann man das grundlegende physikalische Prinzip der Isotopieverschiebung mit einem Optik-Instrument für die Herkunftsbestimmung nutzen? Dr. Carlos Abad Andrade hat eine wegweisende Methode entwickelt, die es in Zukunft ermöglicht, die Herkunft von Rohstoffen, Lebensmitteln oder Umweltschadstoffen kostengünstiger und wesentlich schneller zu bestimmen als dies mit bisherigen Techniken möglich ist.
  • „Verdrängungsprozesse auf angespannten Wohnungsmärkten – das Beispiel Berlin“
    Dr. Fabian Beran
    promoviert bei Prof. Dr. Henning Nuissl, Geographisches Institut, Humboldt-Universität zu Berlin
    Angesichts der angespannten Wohnungsmärkte in Großstädten steht die Frage nach der Verdrängung von Mietern weit oben auf der Agenda aktueller stadt- und wohnungspolitischer Debatten. Mit einer repräsentativen Befragung von Umzüglern aus Berliner Innenstadtbezirken gelang es Dr. Fabian Beran in seiner Dissertation, das Ausmaß der Verdrängung von Mietern zu quantifizieren, die Wohnstandortentscheidungen von Verdrängten zu beleuchten und die Folgen für die Betroffenen zu untersuchen.
  • „Gedankenlesen für Anfänger (und Computer): Was der Gesichtsausdruck über Empathie verrät“
    Dr. Hanna Drimalla
    promoviert bei Prof. Dr. Isabel Dziobek, Institut für Psychologie, Graduate School Mind & Brain, Humboldt-Universität zu Berlin
    Dr. Hanna Drimalla untersuchte in ihrer Dissertation mit computerbasierten Methoden, wie sich das Nachahmen von Gesichtsausdrücken (Mimikry) auf Empathie auswirkt. Sie zeigt, dass das Spiegeln von Gesichtsausdrücken beeinflusst, wie wir Emotionen erkennen und mitfühlen. Zudem erfasste sie die veränderte Mimikry von Menschen im Autismus-Spektrum und das daraus resultierende Potential für Diagnostik und Interventionen.

Gewinnerin des Dissertationspreises für 2019 ist Frau Dr. Hanna Drimalla. Herzlichen Glückwunsch!

(Foto: IGAFA/Matthias Brandt)


Gewinner des Dissertationspreises für 2018 ist Herr Dr. Dipl.-Psych. Martin Maier, der mit seiner Arbeit die Wirkung von Sprache und Wissen auf frühe Stufen der visuellen Reizverarbeitung im Gehirn demonstriert und nachweist, dass es sogar von unserer Muttersprache abhängen kann, ob wir einen Reiz bewusst wahrnehmen. Er fertigte seine Dissertation am Institut für Psychologie der Humboldt-Universität zu Berlin in der Arbeitsgruppe Neurokognitive Psychologie an.


Dissertationspreis Adlershof: Übersicht Gewinnerinnen und Gewinner seit 2002