Dr.in Verena Namberger
ist zentrale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Humboldt-Universität zu Berlin und Mitglied des LaNA-Board
Foto: Philipp Plum
Dr.in Verena Namberger
Berliner Eigengewächs oder hierher umgetopft?
Umgetopft – mit 20 zum Studium nach Berlin gekommen und geblieben.
Was wollten Sie als Kind beruflich machen?
In der Grundschule »irgendwas mit Pferden«, später erst Tierärztin, dann Ärztin.
Was machen Sie heute wirklich?
In den letzten Schuljahren habe ich mein Interesse für Politik und Geschichte entdeckt und war im Europäischen Jugendparlament aktiv. Für das Politikstudium bin ich dann nach Berlin gezogen. Die Begeisterung für die Wissenschaft war so groß, dass ich danach promovieren wollte. Für eine Promotion in Gender Studies bin ich von der FU an die HU gewechselt. Nach der Abgabe der Dissertation 2017 ging es von der Theorie in die Praxis: Seitdem arbeite ich im Gleichstellungsbereich der HU. Seit Januar 2026 bin ich Zentrale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte und leite zugleich das Zentrum Chancengerechtigkeit.
Was mögen Sie besonders an Ihrem Beruf?
Die Gestaltungsspielräume und die Vielfalt an Themen, Aufgaben und Herausforderungen. Und: Ich arbeite mit einem großartigen Team und mit vielen tollen Kolleg*innen an der HU und im Berliner Wissenschaftsraum zusammen.
Meer oder Berge?
Am liebsten beides – also Steilküste und Kletterfelsen direkt am Meer.
Als Ausgleich zur Arbeit verbringe ich meine Zeit …
Tja, Zeit neben der Arbeit ist gerade knapp. Am besten abschalten kann ich beim Toben mit meinen Kindern, beim Sport oder auf der Tanzfläche – Letzteres schaffe ich allerdings derzeit nur sehr, sehr selten.
Nach Sturz in einen Zaubertrank dürfen Sie sich eine Superheldinnen-Kraft wünschen – welche darf es sein?
An zwei oder drei Orten gleichzeitig sein.
Wenn Sie eine Maßnahme für die Förderung von Frauen umsetzen könnten – welche wäre das?
Puh, schwierige Frage. Am Ende würde ich mir wünschen, dass wir Care-Arbeit in unserer Gesellschaft grundlegend neu organisieren und anders bewerten. Dazu gehört auch ein neues Verständnis von Vollzeit: eines, bei dem neben der Erwerbsarbeit genug Zeit bleibt für Kinder, für die Pflege von Angehörigen, fürs Ehrenamt und für politisches Engagement. Die Vereinbarkeitsfrage betrifft natürlich nicht nur Frauen – aber sie tragen nach wie vor die Hauptlast, und einzelne Maßnahmen lösen das Grundproblem nicht. Umsetzen kann ich das leider nicht. Aber wenn ich träumen darf, dann ginge es in diese Richtung.
Ich suche/biete …
Ich suche immer engagierte Mitstreiter*innen und Verbündete in Sachen Gleichstellung und Antidiskriminierung – an der HU und darüber hinaus.
Vielen Dank!
Die Fragen stellte Sanela Schlößer (LaNA)


