Julia Bill
ist Referentin für interne und externe Kommunikation beim Forschungsverbund Berlin und beim Max-Born-Institut (MBI).

Foto: privat

Julia Bill

Berliner Eigengewächs oder hierher umgetopft?

Hessisches Blömsche aus Frankfurt – und nach akademischen und beruflichen Stationen in Mannheim, Oslo, Köln und Leipzig vor 9 Jahren in Berlin Wurzeln geschlagen. Ab wann darf man sich eigentlich Berliner*in schimpfen? Wenn’s nach den Einheimischen geht, vermutlich leider nie…

Was wollten Sie als Kind beruflich machen?

Seit ich als Grundschülerin den Film »Apollo 13« mit Tom Hanks gesehen habe, wollte ich unbedingt Astronautin werden und andere Planeten erkunden. Seitdem kamen viele Berufswünsche und Interessensgebiete dazu. Ob ich es noch mal ins All schaffe, bleibt spannend.

Was machen Sie heute wirklich?

Nach einem Bachelor und Master in Kommunikations- und Medienwissenschaft folgten Stationen in Kommunikationsabteilungen (u.a. bei Universal Music) und als Texterin in der Werbung. Seit Ende letzten Jahres bin ich als Kommunikationsreferentin beim Forschungsverbund Berlin als auch dessen Max-Born-Institut.

Dazwischen habe ich mich auch in der Film- und Serienbranche (u.a. bei der UFA Fiction und im Studio Babelsberg) herumgetrieben und von Kunst-Doku fürs Kino bis Weihnachtsfilm für die Öffentlich-Rechtlichen an einigen aufregenden Projekten mitgearbeitet.

Was mögen Sie besonders an Ihrem Beruf?

Vieles! Die sinnstiftende Arbeit in einem Bereich, der unsere Zukunft aktiv mitgestaltet, hat mich zunächst angesprochen. Auch die »wirklich netten Kolleg*innen« (wie es in der Stellenausschreibung so schön hieß) haben sich bewahrheitet, was ich sehr schätze. In meinem Arbeitsalltag freue ich mich über die Vielfältigkeit der Themen und Aufgaben. Ich schätze außerdem die Freiheit, selbst Inhalte finden und den kommunikativen Diskurs lenken zu können – besonders in den Bereichen Diversity und Frauenförderung in der Wissenschaft. Wir sind auf einem guten Weg, aber da geht noch einiges.

Meer oder Berge?

So idyllisch ich die Berge auch finde – ich gehöre ans Meer. Am liebsten mit einem spannenden Buch in der einen und einer kühlen Schorle in der anderen Hand … und zum Abendessen warten Pasta mit Meeresfrüchten. Herrlich! Dafür reicht manchmal auch schon eine Bootstour auf dem Müggelsee.

Als Ausgleich zur Arbeit verbringe ich meine Zeit …

… mit meinem Hund Oro (der als Junghund scheinbar unendlich viel Energie hat), auf dem Padel-Court und in meinem Chor, bei dem komplett nach Ohr und ohne Noten gesungen wird. Sonst reise ich super gerne und koche zum Entspannen.

Nach Sturz in einen Zaubertrank dürfen Sie sich eine Superheldinnen-Kraft wünschen – welche darf es sein?

Teleportieren. Reisen und ferne Orte entdecken finde ich super – den langen Weg dorthin (als auch den CO₂ -Ausstoß) würde ich mir aber gerne sparen.

Wenn Sie eine Maßnahme für die Förderung von Frauen umsetzen könnten – welche wäre das?

Frauenförderung und Gleichberechtigung sind für mich keine Privatsache, sondern müssen auch gesetzlich verankert und vorangetrieben werden. Den Gender Pay Gap verringern (indem zum Beispiel ein Gehaltsgefälle zwischen Männern und Frauen unzulässig ist), Maßnahmen für echte Vereinbarkeit von Familie und Beruf, härtere Strafen bei Gewalt gegen Frauen (auch im Netz), mehr finanzielle Mittel für Frauenhäuser. Aber auch banalere Dinge wie: Besser beleuchtete Parks oder verpflichtende Period Days in Unternehmen. Wir Frauen wissen, was wir für wahre Gleichberechtigung brauchen. Dessen Umsetzung sollte allerdings verpflichtend sein und nicht »nice to have«.

Aber es gibt auch bereits viele tolle Maßnahme. An einer bin ich am Forschungsverbund sogar selbst beteiligt: Dieses Jahr verleihen wir zum 26. Mal den Marthe-Vogt-Preis an eine herausragende Wissenschaftlerin und geben damit weiblichen Forscherinnen eine Bühne.

Ich suche/biete …

Ich suche: Hundeliebhaber*innen für (gemeinsame) Gassirunden in der Mittagspause

Ich biete: Begeisterungsfähigkeit für Projekte und Ideen aller Art – je unkonventioneller, desto besser

Vielen Dank!

Die Fragen stellte Sanela Schlößer (LaNA)